Dienstag, 10. Oktober 2017

[Haarbande] Haaröl



Hallo! Heute gibt es den nächsten Haarbande-Beitrag von uns - das Thema ist "Haaröl". Zuerst wollte ich nicht mitmachen, da ich quasi seit langem nur noch ein Haaröl verwende, aber dann dachte ich, dass gerade so beliebte Produkte doch zeigenswert sind, zudem kam doch überraschend noch ein neuer Liebling dazu. Außerdem stellen wir euch ein neues Mitglied vor ;)


Haaröle

Haaröle verwende ich schon sehr lange, nämlich schon seit 10 Jahren. Hui, ich werde alt! Das war das erste Haarprodukt, was ich je gekauft habe, abgesehen von Shampoo und Spülung.
Prinzipiell geht Öl für jedes Haar, es kommt immer auf das Öl und die eigene Haarbeschaffenheit an. Entweder man beschäftigt sich ein bisschen mit den Eigenschaften von Ölen, oder man probiert einfach verschiedene durch. Eine gesunde Mischung ist wohl am besten und letztendlich führt kein Weg am Testen vorbei - denn was ich toll finde, kann euer Haar vielleicht doof finden.
Es gibt verschiedene Arten, Öle zu verwenden: Einfache Öle oder spezielle Mischungen. Egal was ihr bevorzugt, achtet auf eine gute Qualität, nämlich kaltgepresste Öle (oder auch CO2 Auszug). Außerdem sollten Öle immer kühl und dunkel gelagert werden. Ich konserviere übrigens jedes Öl nach dem 1. Öffnen selbst mit Antiranz nach und mir ist bisher erst ein mal ein sehr altes Öl gekippt, welches im Bad gelagert wurde. Auch die Oxidation ist nicht zu unterschätzen, daher bevorzuge ich Braunglasflaschen und Tropfringe bzw Pumpaufsätze. Pipetten oder gar offene Flaschenhälse lassen zu viel Luft hinein.
Der Rest ist Ansichtssache, daher stöbert bei Interesse doch einfach mal bisschen herum, sowohl in Läden als auch online!



Meine Lieblinge

Ich habe schon einiges probiert, von sämtlichen Ölen, die man so in der Küche stehen hat (Olive, Raps, Kokos) über normale einfache Öle von Kosmetikherstellern bis hin zu speziellen Haarölen. Es gab wenige, die ich so richtig schlecht fand, viele waren in Ordnung und nur wenige konnten mich wirklich überzeugen. Wenn ihr bisschen in den Reviews oder nach Schlagworten stöbert, findet ihr einige Berichte dazu auf meinem Blog.
Mir sind viele Öle zu leicht oder zu schwer. Kokos ist prinzipiell nicht schlecht, aber auf Dauer viel zu wenig. Olive dagegen geht bei mir nur schwerlich wieder aus dem Haar raus. Drei Kandidaten haben sich jedoch heraus kristallisiert, die ich wirklich sehr gerne benutze und auf die ich daher genauer eingehen möchte:



Squalan

INCI: Squalane
Spreitwert: hochspreitend
Einsatz: Hautpflege, Haarpflege, Foundations
Kosten: 3,90€/30ml

Squalan ist ein Öl, welches ursprünglich tierischen Ursprungs (Haifischleber) war, aber mittlerweile pflanzlich gewonnen wird, zB. aus Oliven oder Zuckerrohr. Dann wird es oft Phytosqualan genannt.
Es ist transparent und geruchslos und durch seine Eigenschaft als hochspreitendes Lipid perfekt für die Haut- und Haarpflege. Durch die seidige Textur ist es sehr angenehm und wird kaum als "fettig" empfunden. 
Ich selbst benutze Squalan noch keine vier Wochen und bin dennoch begeistert - das will etwas bedeuten! Bei mir wird es zur Gesichts- und Haarpflege eingesetzt. Im Haar verwende ich es entweder als Leave-In ins feuchte Haar nach der Wäsche (ca. 5 Tropfen), oder zum "anfeuchten" der Hände vor dem Flechten (2 Tropfen). Auch für Prewash-Kuren finde ich es sehr gelungen, hier verwende ich ca. einen Esslöffel.
Squalan bekommt man bei jedem Rohstoffhändler, ansonsten auch bei The Ordinary oder Beyer&Söhne, da es im Skincarebereich sehr beliebt ist.


Brokkolisamenöl

INCI: Brassica Oleracea Italica Seed Oil 
Spreitwert: mittelspreitend
Einsatz: Kosmetik, Haarpflegeprodukte, Haaröl
Kosten: 3,90€/30ml

Brokkolisamenöl wird, wie es der Name schon andeutet, aus den Samen des Brokkolis gewonnen. Die Farbe ist gelb bis grünlich, der Geruch ist am ehesten als nussig zu bezeichnen. Manche mögen ihn nicht, ich finde ihn keineswegs unangenehm. Durch seine Spreitfähigkeit wird auch dieses Öl als nicht fettig empfunden. Zudem enthält es einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
Über Brokkolisamenöl habe ich schon zwei mal berichtet: In der Low Budget Haarpflege und bei meinem Spitzenbalsam. Ich verwende es schon länger und das ausschließlich zur Haarpflege. Im Gesicht war es nicht schlecht, aber dafür habe ich besseres und für den Körper ist es mir zu schade. Brokkolisamenöl ist für mich DAS Leave-In Öl. Nach der Haarwäsche ins feuchte Haar (5 Tropfen) oder über den Zopf gestrichen (2 Tropfen). Aktuell vergleiche ich gerade Brokkolisamenöl genau mit Sqalan, um zu schauen, welches Öl für was besser ist.
Brokkolisamenöl ist zwar als "pflanzliches Silikon" sehr beliebt geworden, aber noch nicht sehr verbreitet. Daher kaufe ich es immer bei Rohstoffhändlern


Sheabutter

INCI: Butyrospermum Parkii (Shea) Butter
Spreitwert: niedrigspreitend
Einsatz: Salben, Hautpflege, Haarpflege
Kosten: 2,35 bzw 4,50€/50g

Über Sheabutter hatte ich hier schon mehrfach geschrieben, hinweisen möchte ich aber vor allem auf diesen Beitrag: Karité: Sheanuss im Portrait.
Sheabutter wird aus den Kernen der Sheabaum Früchte gewonnen und ist somit rein pflanzlichen Ursprungs. Es gibt zwei Unterarten, die erstere ist die bekanntere Art: Vitellaria paradoxa subspecies paradoxa und  Vitellaria paradoxa subspecies nilotica. Der Geruch ist eher nussig-säuerlich, die Nilotica Variante ist deutlich milder. Die Farbe ist weiß bis gelblich. Durch das hohe Spektrum an Inhaltsstoffen ist Sheabutter sehr rückfettend und wirkt lipidstärkend. Prinzipiell für jede/s Haut und Haar zu verwenden, aber bei trockenen Typen ist es perfekt.
Sheabutter wird bei mir schon recht lange verwendet, auch Sheaöl habe ich zu Hause. Meist verwende ich es pur zu Haar- und Körperpflege, aber es ist auch Bestandteil meines DIY Haarbalsams. Sheabutter (nur eine Fingerspitze reicht aus!) finde ich gerade über Nacht super zur Pflege, denn meine trockenen Spitzen saugen das regelrecht auf und daher zieht es bis zum nächsten morgen gut ein.
Sheabutter in Reinform ist mittlerweile nicht mehr nur bei Rohstoffhändlern erhältlich, sondern auch etliche Kosmetikmarken führen Sheabutter - damit bekommt man die Butter wirklich überall.



Fazit

Alle drei Öle mag ich sehr, auch wenn sie für sich genommen alle anders sind bzw. wirken. Sheabutter kann ich beispielsweise nicht so verwenden wie Brokkolisamenöl. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit diesen drei Ölen und habe kein Verlangen, großartig neue Öle zu testen. Seit ich diese Öle verwende, lasse ich auch meine speziellen Haaröle eher links liegen und brauche sie nur noch langsam in Prewashkuren auf ;) Hier ist für mich wirklich "weniger ist mehr" - lieber 1-3 ausgewählte Öle verwenden, als literweise Haaröle horten, die man sowieso nie leer bekommt.
Ich werde oft gefragt, ob ich denn viel Aufwand mit meinen Haaren betreibe und ich muss sagen: Nein. Klar, ich habe mich mehr mit ihnen beschäftigt und nach optimaler Pflege gesucht, als es Otto Normalbürger wohl tun würde, aber seit ich für mich funktionierende Produkte gefunden habe, passt alles. Waschen, Spülung, bisschen Öl rein, zwischendurch mal Öl/Haarcreme oder DIY Proteinspray und das war es schon. Der jeweilige Schritt dauert nicht lange und sogar kürzer als föhnen, was ich zB. seltenst mache. Zudem gebe ich ungerne sehr viel für Haarprodukte aus, wie man unschwer auch an den Ölen sehen kann. Und ich muss sagen, es reicht aus bzw lohnt sich, oder?


























Neues Mitglied

Wir dürfen stolz verkünden, dass wir noch ein weiteres Mitglied haben: Julia von Zauberisch! Ihr kennt sie vielleicht schon von ihrem Blog? Und keine Sorge, wir fluten euch nicht monatlich mit neuen Mitgliedern, das war es erst mal - so gibt es schön viel Abwechslung und es gibt auch dann was zu lesen, wenn viele gerade durch Arbeit oder Privatleben stark eingespannt sind ;) Herzlich Willkommen bei uns, liebe Julia!





"Julia bloggt auf zauberisch hauptsächlich über vegane Kosmetik & Pflege. Gerade trägt sie ihr mittellanges Haar schokobraun und pflegt es am liebsten mit hochwertigen Pflanzenölen.Sie leidet unter Rosacea, hasst es ihr Haar zu bürsten (sie kämmt es nur nach der Haarwäsche), war seit 2 Jahren nicht mehr beim Friseur und versucht auf Silikone bei der Haarpflege zu verzichten. Ansonsten liebt sie Sonnenschutz, niedliche Dinge & Serien."










Ausblick

Das neue Thema für den Monat November steht auch schon fest und wird "Haare im Winter" lauten. Das ist wieder ein sehr offenes Thema und kann alles mögliche beinhalten - ihr dürft gespannt sein!
Die anderen Beiträge findet ihr wie immer auf Haarbande, ich gehe jetzt auch gleich stöbern.


Verwendet ihr auch Öl(e) für die Haare? Wenn ja welches und was ist euch dabei wichtig und wenn nein, was bevorzugt ihr stattdessen?

Verwendete Quellen:
Olionatura


Eure

Kommentare:

  1. Hallo Valandriel,
    ein toller Artikel von Dir! Ich hatte mal bei einer Bestellung bei Wolkenseifen eine Probe des Brokkolisamenöls erhalten und erinnere mich, dass ich schwer begeistert war. Meine Haare fanden das Öl richtig gut. Leider ist es dann etwas in Vergessenheit geraten, als die Probe alle war, da ich so viele andere Öle herumzustehen hatte.
    Du hast vollkommen recht: Lieber wenige gute, die wirklich funktionieren als tausend Öle, die irgenwie "okay" sind.
    Mit Squalan möchte ich mich auch mehr beschäftigen, das kam glaube ich bis dato bei mir nur in DIYs für die Haare vor.
    Liebe Grüße!
    Meike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön :)
      Dann kannst du es ja, wenn deine Ölvorräte mal aufgebraucht sind, mit Squalan testen und schauen, wie dir das im Vergleich zu Brokkolisamenöl gefällt.
      Bei Ölen mag ich es generell nicht, wenn zu vieles herum steht, da die ja schon früher kippen können als zB ein pudriger Lidschatten oder so.
      Liebe Grüße
      Valandriel

      Löschen
  2. Da bin ich ja froh, dass Du doch darüber gesprochen hast. Squalan möchte ich schon länger mal bestellen und Brokkoli-Samen-Öl soll ja DAS Haaröl sein. Ich werde mal testen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Squalan kam zum Glück neu hinzu und mir ist eingefallen, dass Sheabutter trotz Fett unter Haaröle fallen kann, also hat das doch gut für einen Beitrag ausgereicht. Solltest du Proben haben wollen, schreibe mir doch einfach eine Mail! :)

      Löschen
    2. Liebe Valandriel,
      das zweite Haarbild...<3 ...wunderschön! Das ist auf jeden Fall Leinwand-tauglich *hehe* .
      Ich nutze auch gern Brokkolisamenöl für die Längen oder einfach Bodylotion o.ä., was ich am Körper sowieso verwende. Momentan zweckentfremde ich ja außerdem die Urtekram Reinigungsmilch für die Haare, mische sie aber auch mit einem Tropfen Brokkolisamenöl (: .
      Liebe Grüße.

      Löschen
    3. Vielen Dank! :)
      Ja, normale Cremes aber ich früher auch immer zweckentfremdet! Aber irgendwann dann eben Öle entdeckt und dort hängen geblieben. Reinigungsmilch habe ich nie genommen, brauche ja nicht noch zusätzliche Tenside drin, geht aber grundsätzlich sicher.

      Liebe Grüße
      Valandriel

      Löschen
  3. Das erinnert mich daran dass ich immer noch Brokkolisamenöl testen will, es soll sich ja auch besonders gut bei feinem Haar eignen.
    Öltechnisch habe ich noch nicht so viel ausprobiert (auch weil ich mit der Haarcreme von Heymountain so gut fahre). Schwarzkümmelöl und Kokosöl pur sind eher durchgefallen, das Khadi vitalisierende Öl gabs nur als Kopfhaurkur weil zu "grasig" vom Geruch her (Deckel war am Meckern....), das Coconutoil vom Bodyshop (ist glaube ich eine Mischung aus Jojoba, Kokos und Sonnenblume?) mochten meine Haare sehr gerne, die vom Deckel gar nicht, und da der Geruch echt intensiv ist wird es nicht nachgekauft. Was gerade bei uns beiden funktioniert und auch für Gesicht und Bart Verwendung findet ist das geruchsneutrale Bartöl von Brisk. Ist vom Preis auch okay und gibt's netterweise bei DM :)
    Grüße, Neith

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Brokkolisamenöl finde ich auch ein gutes "Einsteigeröl", da es nicht zu schwer ist und gut wegzieht. Überdosieren sollte man dennoch vermeiden ;) Noch leichter finde ich Squalan.
      Bei den meisten Rohstoffhändlern kann man auch Kleinstmengen á 10ml bestellen, das geht zum Testen dann sehr gut.
      Kokosöl ist für mich auch nichts, da einfach zu leicht. Den Geruch mag ich aber - aber doch mehr im Essen ;)
      Das Brisk Öl geruchslos sind auch nur paar Öle zusammengemischt und mit Tocopherol konserviert. Da mische ich lieber selbst was zusammen, aber ich finde es gut, dass das Angebot größer wird. Früher gab es ja irgendwie nur normale Öle und dann die Duftbomben, am besten noch mit Alkohol drin oder so.
      Von HM habe ich auch eine Haarcreme, aber die verwende ich anders als die gezeigten Öle und nur gelegentlich, hat quasi alles seinen Zweck.

      Liebe Grüße
      Valandriel

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...